Home | english  | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT

Institut für Technikzukünfte

Kollegiale Institutsleitung


Prof. Dr. Markus Lehmkuhl (Teilinstitut Wissenschaftskommunikation)

Prof. Dr. Marcus Popplow (Teilinstitut Geschichte)

Prof. Dr. Christian Seidel (Teilinstitut Philosophie)
 

Sprecher

Prof. Dr. Christian Seidel

 

Leitung Geschäftsstelle

Dr. Alexandra Hausstein

Institut für Technikzukünfte
Douglasstraße 24, 3. OG
Raum: 405
D-76133 Karlsruhe

Tel.: +49 721 608-42045

alexandra haussteinTgy4∂kit edu

 

 

 

Öffentliche Debatte – Kann man noch guten Gewissens in den Urlaub fliegen?

13.11.2019
Plakat zur Veranstaltung
Plakat zur Veranstaltung

Öffentliche Debatte mit Live-Analyse (DebateLab@KIT) zum Thema „Kann man noch guten Gewissens in den Urlaub fliegen?“

Dienstag, 19.11.2019, 18:30 Uhr im Museum beim Markt.

Eintritt frei.


Interdisziplinäres Seminar zum Thema „Security and Privacy Awareness“

27.09.2019

Im Rahmen dieses interdisziplinären (Block-)Seminars von Melanie Volkamer (AIFB), Franziska Boehm (ZAR) und Christian Seidel (ITZ) sollen die Themen Security Awareness und Privacy Awareness aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Es werden sowohl rechtliche, informationstechnische, psychologische, gesellschaftliche als auch philosophische Aspekte behandelt. Die Lehrveranstaltung folgt dabei dem Format einer Konferenz.

Weitere Informationen unter campus.studium.kit.edu

Link zur Anmeldung

Wer hilft den Menschen, sich zu ändern? – Statements von Professoren des ITZ zum Klimawandel

27.09.2019

Prof. Dr. Markus Lehmkuhl

„Ein wichtiger Faktor für die Resonanz und Überzeugungskraft der ‚Fridays for Future‘-Bewegung ist aus meiner Sicht darin zu sehen, dass über die Dringlichkeit des Problems Einigkeit innerhalb der Klimaforschung herrscht. Vor diesem Hintergrund bekommen wissenschaftliche Statements einzelner Wissenschaftler, die wir auch nach wir vor in der öffentlichen Debatte brauchen, ein besonderes Gewicht. Es ist allerdings klar, dass dieser Konsens allein nicht hinreichend ist, um einer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformation näher zu kommen. Denn diese Transformation kann ja nur bewerkstelligt werden durch ganz konkrete Veränderungen, die schwer kalkulierbare soziale und wirtschaftliche Auswirkungen haben und vitale wirtschaftliche Interessen privater Akteure berühren – und damit sind nicht allein Industrieunternehmen gemeint. Prinzipiell ist jeder Einzelne als Wirtschaftssubjekt mit begrenzten Ressourcen betroffen. Diese Partialinteressen werden über organisierte Lobbygruppen in die Öffentlichkeit und die Politik gespielt.“

 

„Was in dem öffentlichen Konzert unterschiedlicher Interessenbekundungen häufig fehlt, ist die ‚Stimme der Wissenschaft‘. Jenseits der Klimawissenschaft sind kaum Bestrebungen innerhalb der Wissenschaft erkennbar, die sich um die Ausbildung und die Kommunikation von Konsens unter Wissenschaftlern bemühen. Zum Beispiel wäre es gut zu wissen, wie groß der Konsens unter Ökonomen ist über die Auswirkungen einer weiter gefassten CO2-Bepreisung. Oder auch der Konsens unter Energieexperten unterschiedlicher Disziplinen zum Umbau der Energienetze und dergleichen. Die ‚Stimme der Wissenschaft‘ ist derzeit viel zu oft lediglich repräsentiert durch besonders einflussreiche Wissenschaftler oder auch Wissenschaftsorganisationen, die für sich in Anspruch nehmen, die ‚Stimme der Wissenschaft‘ zu sein, ohne einen entsprechenden Nachweis zu liefern. Ich würde entsprechend sehr dafür plädieren, mehr repräsentative Umfragen unter wissenschaftlichen Experten zu machen statt permanent Stimmungsbilder der Bevölkerung einzuholen. Das könnte die öffentliche Debatte bereichern.“

 

 

Prof. Dr. Christian Seidel

„Unser Umgang mit dem Klimawandel folgt einem vertrauten Muster: Da läuft etwas grundlegend falsch, doch wir tun nichts dagegen. Wie kann das eigentlich sein?“

 

„Wenn man zunächst beim einzelnen Individuum ansetzt, dann haben wir es aus philosophisch-ethischer Sicht es mit einer Mischung aus moralischer Blindheit (fehlende Unparteilichkeit) und Unvernunft (praktische Irrationalität) zu tun. Moralisch blind sind manche Menschen, weil sie nicht einsehen, dass die Interessen zukünftiger Menschen genauso viel zählen wie die Interessen heute Lebender. Sie glauben tatsächlich, dass es in Ordnung sei, hier und jetzt den Luxus einer Flugreise zu genießen und dafür Gesundheit oder Leben anderer in Zukunft zu gefährden. Das ist ein Problem auf der Ebene der Überzeugungen: In diesen fehlt es an Unparteilichkeit. In anderen Fällen fehlt es Menschen an Rationalität: Denn selbst wer einsieht, dass es eigentlich falsch ist, mit dem SUV zur Bäckerei zu fahren, tut dies aus Willensschwäche oft dennoch. Hier siegt die Bequemlichkeit über die Einsicht, und das ist ein Problem bei der Umsetzung richtiger Überzeugungen im Handeln.“

 

„Was kann man dagegen tun? Auch in anderen Bereichen mit derselben Gemengelage ist es gelungen, mehr Unparteilichkeit und Rationalität zu etablieren. Es hat zum Beispiel lange gedauert, bis sich (zumindest mancherorts) die Überzeugung durchgesetzt hat, dass Sklaverei, Rassismus und Sexismus unrecht sind. Gelungen ist das, weil mutige Vorreiter*innen ihre Stimme erhoben, mit ihren Argumenten überzeugt und durch ihr Verhalten andere inspiriert haben. Ethisch gesehen spricht heute vieles dafür, dass Kohlestrom, Fernreisen und SUV einfach nicht drin sind. Je klarer das gesagt, je besser dafür argumentiert, und je häufiger es einfach vorgelebt wird, desto eher setzt sich die Überzeugung der Unparteilichkeit durch: dass es unrecht ist, die Gegenwart gegenüber der Zukunft zu bevorzugen. Wie die derzeitigen zivilgesellschaftlichen Bewegungen verdeutlichen, können aus solchen Fürsprachen auf gesellschaftlicher Ebene auch sogenannte ‚interne Sanktionen‘ wie Flugscham oder SUV-Scham entstehen. Diese tragen dazu bei, dass sich die Überzeugung auch im Handeln niederschlägt: Menschen verinnerlichen neue moralische Einsichten, und das unangenehme Gefühl eines (vorhergesehenen) Zuwiderhandelns kann helfen, Willensschwäche zu überwinden und das zu tun, was man eigentlich für richtig hält.“

 

„In dem Zusammenhang ist es aber angesichts der empirischen Fakten auch wichtig, keinen Illusionen zu erliegen: Ausreichender, schneller Klimaschutz wird nicht ganz ohne Verzicht auskommen. Allerdings handelt es sich um einen Verzicht auf Bequemlichkeiten und Luxus – oder genauer: um einen Verzicht auf zusätzliche Bequemlichkeiten und zusätzlichen Luxus. Bei ambitioniertem Klimaschutz würde der Wachstumspfad der Weltwirtschaft nämlich einfach weniger steil steigen – aber er würde weiterhin steigen1. Das heißt im Durchschnitt würden alle ein bisschen weniger schnell wohlhabender. Etwas mehr Genügsamkeit – auch als Wert in der politischen Entscheidungsfindung – würde hier helfen: Wir haben einfach keinen Anspruch auf zusätzlichen, schnelleren Luxus, wenn dies auf Kosten zukünftiger Menschen geht, die mehr zu verlieren haben, als wir gewinnen können.“

 

[1] IPCC (2014): Climate Change 2014: Climate Change 2014: Mitigation of Climate Change. Working Group III Contribution to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, S. 57.

 

* * *

Weitere Statements von Professoren anderer Universitäten können Sie auf der Webseite sciencemediacenter.de nachlesen.

 

Zur Sache! – Podiumsdiskussion am 15. Oktober 2019

12.09.2019
Poster der Podiumsdiskussion

Eine bessere Streitkultur für Politik und Gesellschaft
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Andrea Römmele (Hertie School of Governance) und Prof Dr. Annette Leßmöllmann (WMK, KIT)

Zeit: 15. Oktober 2019, von 19 bis 21 Uhr
Ort: Karlshochschule, Karlstraße 36, 38 76133 Karlsruhe

Ohne Streit ist unsere Demokratie nicht überlebensfähig. Wir brauchen die Auseinandersetzung für eine öffentliche Meinungsbildung und konstruktive Lösungen. Stattdessen herrscht häufig ein Kampf um Aufmerksamkeit, Selbstbestätigung und die Skandalisierung des Gegners. Wir werden mit Andrea Römmele und Annette Leßmöllmann die Fragen diskutieren, warum es wichtig und wie es wieder möglich ist, miteinander zu streiten – ohne sich zu spalten. Ausgangspunkt für die Diskussion ist das in diesem Jahr veröffentlichte Buch "Zur Sache!" von Andrea Römmele. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wird es Raum für Fragen geben.

Zur Veranstaltung auf Facebook

Organisiert und moderiert von Dr. David Lanius (DebateLab, KIT) in Kooperation mit der Karlshochschule, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Hertie School of Governance. 

Der Eintritt ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 


Künstliche Intelligenz & algorithmisches Entscheidungen: Chancen und Risiken für Mensch und Technik

08.04.2019

Künstliche Intelligenz, algorithmisches Entscheiden und maschinelles
Lernen bieten vielfältiges Potential für Wirtschaft und Gesellschaft,
für die Wissenschaften, für Arbeitswelt, Gesundheit und Mobilität, für
die individuelle Lebensgestaltung und für die Gestaltung
gesellschaftlicher Teilbereiche. Ihre rasche Entwicklung wirft jedoch
auch besorgte bis kritische Fragen auf, etwa nach mangelnder
Nachvollziehbarkeit, nach der Fairness KI-basierter Entscheidungen und
nach Kontrollierbarkeit der Missbrauchsgefahren. Das Ziel des
Workshops ist, anhand verschiedener Impulsvorträge aus Philosophie,
Informatik und Technikfolgenabschätzung das Feld der Chancen und
Risiken zu explorieren, um Forschungsfragen herauszuarbeiten und
Gelegenheiten für interdisziplinäre Kooperationen zu erkunden.
 

Veranstalter: Klemens Böhm (IPD), Armin Grunwald (ITAS), Christian
Seidel (ITZ)

Zeit: Dienstag, 28. Mai 2019, 11.00 16.45 Uhr

Ort: Campus Süd, Gebäude 30.95 (Hörsaal-Gebäude am Forum), Raum 121

Anmeldung: Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist begrenzt. Darum ist
eine verbindliche Anmeldung (zusammen mit einer kurzen Beschreibung
des Interesses an diesem Workshop) bis zum 30. April 2019 bei Frau
Yvonne Siegrist (yvonne.siegrist∂kit.edu) nötig.

Programm und weitere Informationen:
https://www.itas.kit.edu/veranstaltungen_2019_ki.php

A review of the 15th ISUS Conference in Karlsruhe, July 2018

04.03.2019

Please follow this link to acces the whole review.

Workshop: The Ethics of State Mass Surveillance | April 11.–12., 2019

06.02.2019

In the aftermath of 9/11, many governments have increased their surveillance efforts in an attempt to fight organized crime and terrorism. The current rise of state mass surveillance has been facilitated by the internet, advancements in data-processing, intelligent face recognition and various other new technologies. The unprecedented extent to which even liberal democracies monitor their citizens raises pressing moral questions, especially concerning the relative value of privacy and security. On the one hand, many scholars have stressed the importance of privacy both for the flourishing of individuals as well as for the functioning of a democratic society as a whole. And it is arguable that state mass surveillance constitutes a serious infringement of citizens’ privacy. On the other hand, extensive and sophisticated surveillance efforts hold the promise of greater security, the provision of which is among a state’s primary purposes. Indeed, it has even been suggested that increased surveillance is imperative to prevent catastrophes of a global scale (catastrophic risks), such as terrorist strikes with nuclear or biological weapons of mass destruction.

The workshop seeks to advance our understanding of the ethical significance of state mass surveillance, bringing together philosophers with experts from other fields such as law and computer science. Guest speakers include Erik Krempel (Karlsruhe), Kevin Macnish (Twente), Nóra Ní Loideain (London/Cambridge), Ingmar Persson (Gothenburg/Oxford), Scott Robbins (Delft), Patrick Smith (Singapore), Titus Stahl (Groningen), Frej Thomsen (Copenhagen), Carissa Veliz (Oxford).

The workshop is funded by the Thyssen Foundation.

 

Link to conference (and full program): https://philevents.org/event/show/67830 

Date and venue: April 11-12, 2019, Karlsruhe Institute of Technology, Germany, Theodor-Rehbock-Hörsaal HS59 (Theodor Rehbock Lecture Hall HS59), Building 10.81, Otto-Ammann-Platz 1

Registration: To register for this event (free of charge), please send an email to peter.koenigs∂kit.edu until March 31st.

Organizing team: Christian Seidel (Karlsruhe Institute of Technology), Peter Königs (Karlsruhe Institute of Technology)

Contact: peter.koenigs∂kit.edu